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Hilfe für Kinder in Burundi: Wie Burundikids neue Perspektiven schafft

Wie kann nachhaltige Hilfe für Kinder in Burundi aussehen? Die aktuellen Berichte von Burundikids e.V., die uns freundlicherweise von Herrn Ziser zur Verfügung gestellt wurden, geben darauf sehr konkrete Antworten.

Sie zeigen Projekte, bei denen nicht allein die kurzfristige Versorgung im Mittelpunkt steht. Vielmehr geht es darum, Kindern, Jugendlichen und jungen Müttern langfristig Sicherheit, Bildung, medizinische Betreuung und neue Zukunftsperspektiven zu ermöglichen.

Besonders deutlich wird dies an drei Projekten: dem Centre Birashoboka, dem Centre Nyubahiriza und der medizinischen Versorgung im Camp Gateri.

Warum Hilfe für Kinder in Burundi so wichtig ist

Viele Kinder und Jugendliche in Burundi wachsen unter schwierigen wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen auf. Besonders gefährdet sind Kinder ohne stabile familiäre Strukturen, Waisen, Straßenkinder sowie junge Mütter und ihre Kinder.

Im Bericht zum Centre Birashoboka wird deutlich, dass fast 70 Prozent der Bevölkerung Burundis unter 25 Jahre alt sind. Gleichzeitig fehlt vielen jungen Menschen der sichere Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und einer stabilen Versorgung.

Genau hier setzt die Arbeit von Burundikids an.

Centre Birashoboka: Schutz und Bildung für Kinder

Das Centre Birashoboka in Kajaga ist ein Schutz- und Übergangsort für Jungen in besonders schwierigen Lebenssituationen. Dazu gehören Straßenkinder, Waisen, unbegleitete Minderjährige und Kinder, deren Familien von Gewalt, Inhaftierung oder Überschwemmungen betroffen sind.

Die Unterstützung geht weit über eine sichere Unterkunft hinaus. Die Kinder erhalten unter anderem:

  • psychosoziale Begleitung,
  • regelmäßige Mahlzeiten und Kleidung,
  • medizinische Versorgung,
  • schulische und berufliche Förderung,
  • Unterstützung bei der Suche nach Familienangehörigen und
  • Begleitung bei der Reintegration.

2025 wurden im Centre Birashoboka insgesamt 70 Kinder begleitet. 28 Kinder wurden neu aufgenommen und 23 Kinder konnten erfolgreich in ihre Familien oder andere tragfähige Strukturen reintegriert werden.

Bildung als Schlüssel für eine bessere Zukunft

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der schulischen Förderung.

Zum Ende des Schuljahres 2024/2025 wurden 36 von 39 Schülern versetzt. Das entspricht einer Erfolgsquote von 92,3 Prozent.

Auch in der ersten Jahreshälfte 2026 setzte sich diese positive Entwicklung fort: Mehr als 90 Prozent der geförderten Kinder bestanden ihre Klasse. Zusätzlich bietet das Zentrum Hausaufgabenbetreuung und Förderunterricht an.

Doch Entwicklung bedeutet mehr als schulischen Erfolg. Musik, Tanz, Rugby und kreative Projekte gehören ebenfalls zum Alltag der Kinder und Jugendlichen.

Das Centre Birashoboka zeigt damit sehr anschaulich, wie Kinderhilfe in Burundi funktionieren kann: Schutz und Versorgung werden mit Bildung, persönlicher Entwicklung und langfristiger Reintegration verbunden.

Centre Nyubahiriza: Neue Chancen für junge Mütter

Ein weiterer wichtiger Baustein der Arbeit von Burundikids ist das Centre Nyubahiriza.

Das Mutter-Kind-Heim bietet jungen alleinstehenden Müttern und Schwangeren einen geschützten Ort. Viele der jungen Frauen sind mit familiärer Ablehnung, Schulabbrüchen, wirtschaftlicher Not oder starken psychischen Belastungen konfrontiert.

2025 begleitete das Zentrum insgesamt 26 junge Mütter. Acht Frauen wurden neu aufgenommen, während elf wieder in ihre Familien oder Gemeinschaften integriert werden konnten. Teilweise erhielten sie zusätzlich Unterstützung für eine berufliche oder wirtschaftliche Perspektive.

Medizinische, pädagogische und rechtliche Unterstützung

Die Betreuung im Centre Nyubahiriza umfasst zahlreiche Bereiche. Dazu zählen psychologische Gespräche, Alphabetisierung, schulische Förderung, medizinische Betreuung und rechtliche Beratung.

Im Jahr 2025 wurden beispielsweise drei Geburten erfolgreich medizinisch begleitet. Dazu gehörten regelmäßige Untersuchungen während der Schwangerschaft sowie Impfungen für die Neugeborenen.

Ein besonderer Schwerpunkt ist inzwischen auch die psychische Gesundheit.

Das neue Mental-Health-Programm unterstützt junge Mütter unter anderem im Umgang mit Ängsten, Traumafolgen, Schuldgefühlen und sozialer Isolation. Die Berichte beschreiben positive Entwicklungen bei emotionaler Stabilität, Selbstvertrauen und der Beziehung zwischen Mutter und Kind.

So hilft das Zentrum den jungen Frauen nicht nur dabei, eine akute Krise zu überwinden, sondern schafft die Grundlage für ein möglichst selbstständiges Leben.

Medizinische Hilfe in Burundi: Der Gesundheitsposten von Gateri

Noch einmal ganz anders zeigt sich die Bedeutung der Arbeit von Burundikids im Camp Gateri im Nordwesten Burundis.

Dort leben laut aktuellem Bericht 8.042 Menschen, viele von ihnen wurden infolge von Überschwemmungen vertrieben. Besonders gefährdet sind Kinder, Schwangere sowie ältere und kranke Menschen.

Die medizinische Versorgung erfolgt in einem umgebauten Seecontainer.

Burundikids hatte den Container ursprünglich mit Hilfsgütern und medizinischer Ausstattung nach Burundi gebracht. Gemeinsam mit Apotheker ohne Grenzen und dem lokalen Partner Fondation Stamm wurde daraus ein medizinischer Gesundheitsposten. Seit 2026 unterstützt zudem action medeor die Nothilfemaßnahmen des Projekts Amagara Meza.

Ein kleiner Gesundheitsposten für Tausende Menschen

Die Bedeutung der Station ist inzwischen enorm.

Eine weitere Organisation, die zuvor medizinische Leistungen im Camp angeboten hatte, musste ihre Arbeit aufgrund auslaufender Finanzierung einstellen. Dadurch ist der Gesundheitsposten aktuell die einzige medizinische Versorgung innerhalb des Lagers.

Allein im Juni 2026 fanden dort 340 medizinische Konsultationen statt.

Davon entfielen:

217 auf Erwachsene und 123 auf Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Zu den häufig auftretenden Erkrankungen zählen Darmparasiten, Malaria und Infektionen.

Neben den Behandlungen spielt Prävention eine wichtige Rolle. Das medizinische Team informiert unter anderem über Hygiene, sicheres Trinkwasser, den Umgang mit extremer Hitze, Schwangerschaftsvorsorge und die Verwendung von Moskitonetzen.

Schwierige Bedingungen im Camp Gateri

Die Arbeit vor Ort findet unter herausfordernden Bedingungen statt.

Im Juni lagen die Temperaturen regelmäßig über 30 Grad. Gleichzeitig kam es wiederholt zu längeren Unterbrechungen der Wasserversorgung. Vielen Familien fehlen außerdem geeignete Behälter zur sicheren Aufbewahrung von Trinkwasser. Dadurch steigt das Risiko wasserbedingter Erkrankungen.

Auch der medizinische Container selbst wurde durch die Hitze stark aufgeheizt. Deshalb musste kurzfristig das isolierende Strohdach erneuert werden, um sowohl Patienten und Mitarbeitende als auch temperaturempfindliche Medikamente besser zu schützen.

Aus einem einfachen Container ist damit eine medizinische Anlaufstelle geworden, von der heute Tausende Menschen abhängig sind.

Burundikids: Hilfe, die langfristig wirkt

Die drei Projekte zeigen sehr unterschiedliche Formen der Hilfe für Kinder in Burundi.

Im Centre Birashoboka erhalten Kinder Schutz, Bildung und die Möglichkeit, wieder in ein stabiles familiäres Umfeld zurückzukehren.

Im Centre Nyubahiriza bekommen junge Mütter und ihre Kinder medizinische, psychologische, pädagogische und rechtliche Unterstützung.

Und im Camp Gateri sorgt ein kleiner medizinischer Posten dafür, dass mehr als 8.000 Menschen überhaupt Zugang zu einer medizinischen Grundversorgung haben.

Was alle Projekte miteinander verbindet, ist der langfristige Ansatz: Es geht nicht ausschließlich darum, unmittelbare Not zu lindern. Menschen sollen vielmehr die Möglichkeit erhalten, wieder Sicherheit, Selbstständigkeit und Zukunftsperspektiven zu entwickeln.

Manchmal beginnt diese Perspektive mit einem Schulplatz. Manchmal mit einem geschützten Zuhause, einem medizinischen Gespräch oder psychosozialer Unterstützung.

Und manchmal beginnt sie sogar in einem umgebauten Seecontainer.

Ein besonderer Dank gilt Herrn Ziser (Burundikids e.V.), der die Projekte vor Ort begleitet und uns neben den aktuellen Berichten auch seine Aufnahmen aus Burundi für diesen Beitrag zur Verfügung gestellt hat.