Mein Praktikum bei blue networks – Nico Schneider
Vor Kurzem habe ich mein Bachelorstudium der Wirtschaftsinformatik erfolgreich abgeschlossen. Da ich bereits seit knapp drei Jahren als Junior Consultant bei der TMK tätig bin, bot sich nun eine gute Gelegenheit, meinen fachlichen Horizont weiter zu erweitern.
Als unabhängiges Beratungshaus begleiten wir bei der TMK unsere Kunden von der Analyse über die Konzeption bis hin zur Ausschreibung von IT-Projekten. Die eigentliche Umsetzung erfolgt dabei häufig gemeinsam mit Systemhäusern. Gemeinsam mit der TMK entstand deshalb die Idee, einmal genau diese Perspektive kennenzulernen und für vier Wochen den Arbeitsalltag bei blue networks mitzuerleben.
Einblicke in den Arbeitsalltag eines Systemhauses
In den ersten Tagen stand zunächst das Kennenlernen im Vordergrund. Ich habe einen Überblick über blue networks, das Leistungsportfolio und das blue networks Validated Design erhalten. Außerdem lernte ich, welche Hersteller und Lösungen zum Einsatz kommen und wie Projekte von der ersten Kundenanfrage bis zur Umsetzung begleitet werden.
Besonders spannend war für mich, direkt an Erstgesprächen mit potenziellen Neukunden teilnehmen zu dürfen. Bis dahin kannte ich solche Gespräche vor allem aus der Perspektive eines Beraters. Nun konnte ich erleben, wie ein Systemhaus Anforderungen aufnimmt, Lösungen präsentiert und gemeinsam mit dem Kunden den weiteren Projektverlauf plant.
Auch bei mehreren Kundenterminen durfte ich dabei sein. Dort ging es unter anderem um Detailabstimmungen, Hardwareauswahl und die Vorbereitung anstehender Projekte. Dabei wurde mir schnell bewusst, wie viele Schritte notwendig sind, bevor überhaupt das erste Gerät beim Kunden installiert wird.
Vertrieb, Beschaffung und Angebotserstellung
Ein Bereich, den ich vorher ehrlich gesagt etwas unterschätzt hatte, war der gesamte Vertriebs- und Beschaffungsprozess.
Ich erhielt Einblicke in den Prozess der Deal Registrations bei verschiedenen Herstellern, lernte die Zusammenarbeit mit Distributoren kennen und konnte nachvollziehen, wie Angebote entstehen. Nachdem mir die Abläufe erklärt wurden, durfte ich später sogar erste Angebote selbst erstellen.
Gerade diese Prozesse laufen für Kunden oft im Hintergrund ab. Während des Praktikums wurde mir aber bewusst, wie wichtig sie für eine erfolgreiche Projektumsetzung sind und wie viele Abstimmungen dafür notwendig sind.
Technik zum Anfassen: Switches, Staging und Extreme Fabric
Natürlich ist auch die technische Seite nicht zu kurz gekommen.
Nachdem ich zunächst beobachten konnte, wie neue Switches vorbereitet und konfiguriert werden, durfte ich nach kurzer Zeit selbst Hand anlegen. Ich konnte Switches zurücksetzen, konfigurieren und für das Staging vorbereiten. Besonders interessant war dabei für mich die Arbeit mit Extreme Fabric, da ich dieses Thema bisher hauptsächlich aus der Theorie kannte.
Es war ein gutes Gefühl, das Gelernte direkt anwenden zu können und nicht nur zuzuschauen. Genau diese Mischung aus Erklärungen, eigenem Ausprobieren und anschließendem Feedback hat das Praktikum für mich besonders wertvoll gemacht.
WLAN-Planung in der Praxis
Ein weiteres spannendes Thema war die WLAN-Planung. Ich durfte bei Kundenterminen dabei sein, bei denen Büroflächen und Produktionshallen geplant wurden. Mithilfe von Ekahau konnten wir bestehende Umgebungen analysieren und simulieren, wie eine optimale WLAN-Ausleuchtung erreicht werden kann.
Vorher war mir zwar bewusst, dass eine gute WLAN-Abdeckung geplant werden muss. Erst bei diesen Terminen wurde mir deutlich, wie viele Faktoren dabei tatsächlich berücksichtigt werden müssen – von Gebäudestrukturen über Materialien bis hin zu zukünftigen Anforderungen.
Firewall-Regelwerke: Analyse vor Konfiguration
Wenn ich auf die vergangenen vier Wochen zurückblicke, gab es ein Thema, das mich besonders begeistert und gleichzeitig überrascht hat: die Erstellung von Firewall-Regelwerken.
Vor dem Praktikum hätte ich den Aufwand dahinter deutlich unterschätzt. Ich dachte, dass hauptsächlich festgelegt werden muss, welche Verbindungen erlaubt oder blockiert werden sollen.
Während des Praktikums habe ich jedoch gesehen, dass dieser Prozess viel früher beginnt. Gemeinsam haben wir den Netzwerkverkehr einer FortiGate-Firewall analysiert und uns angeschaut, welche Kommunikationsbeziehungen tatsächlich stattfinden. Erst auf Basis dieser Informationen konnten daraus passende Firewall-Policies für die unterschiedlichen Sicherheitszonen entwickelt werden.
Gerade dieser strukturierte Ansatz hat mir gezeigt, wie viel Analyse, Planung und Erfahrung hinter einem sauberen Firewall-Konzept steckt. Dieses Thema hat meinen Blick auf Netzwerksicherheit definitiv verändert und war für mich eines der größten Highlights des Praktikums.
Fachlicher Austausch zwischen Beratung und Umsetzung
Neben den technischen Themen blieb auch immer wieder Zeit für den fachlichen Austausch.
Wir haben uns beispielsweise über Modelle wie DISG oder Methoden wie die Eisenhower-Matrix ausgetauscht und darüber gesprochen, wie diese im Projektalltag unterstützen können. Ebenso interessant war für mich der Austausch über Ausschreibungen. Dabei konnte ich die Vorgehensweise der TMK vorstellen und gleichzeitig erfahren, wie blue networks solche Projekte begleitet.
Gerade dieser gegenseitige Austausch war aus meiner Sicht besonders wertvoll. Obwohl Beratungshaus und Systemhaus unterschiedliche Aufgaben übernehmen, verfolgen beide am Ende dasselbe Ziel: dem Kunden die bestmögliche Lösung zu bieten und diese erfolgreich umzusetzen.
Mein Fazit nach vier Wochen bei Blue Networks
Die vier Wochen bei blue networks sind deutlich schneller vergangen, als ich erwartet hatte.
Ich habe nicht nur viele neue Technologien und Abläufe kennengelernt, sondern vor allem ein besseres Verständnis dafür entwickelt, wie Projekte auf der Seite eines Systemhauses vorbereitet und umgesetzt werden. Viele Dinge, die ich bisher hauptsächlich aus der Beraterperspektive betrachtet habe, kann ich heute deutlich besser nachvollziehen.
Besonders gefallen hat mir, dass ich nicht nur zuschauen durfte, sondern einige Aufgaben selbst ausprobieren konnte. Dadurch blieb es nicht bei theoretischen Einblicken, sondern ich konnte das Gelernte direkt anwenden.
Ich bin überzeugt, dass mich diese Erfahrungen in zukünftigen Projekten begleiten werden und freue mich darauf, das Gelernte in die Zusammenarbeit zwischen Beratung und Umsetzung einzubringen.
Danke an das Team
Zum Abschluss möchte ich mich herzlich beim gesamten Team von blue networks für die offene Aufnahme und die angenehme Zeit bedanken. Ein besonderer Dank gilt meinem Betreuer Martin Reul, der sich während der gesamten vier Wochen viel Zeit genommen hat, mir Zusammenhänge zu erklären und mich aktiv in den Arbeitsalltag einzubinden.
Ebenso danke ich Thomas Köneke, Jonas Heller und Felix Dietrich für die vielen spannenden Gespräche, den fachlichen Austausch und die Möglichkeit, so viele unterschiedliche Bereiche kennenzulernen.







