LIV Care

„Das Fraunhofer InHaus-Zentrum in Duisburg erforscht "technische Assistenzsysteme" für Senioren. Das Badezimmer der Zukunft könnte nicht nur das Leben alter Menschen erleichtern. Grundlegendes technisches Verständnis vorausgesetzt, wird der Badezimmerspiegel zum Touchscreen und bietet neben dem eigenen Antlitz diverse Funktionen, ähnlich der sogenannten "Apps" für Smartphones und andere Geräte; eine Berührung des Spiegels ruft eine Reihe von Anwendungen auf.

Ein Programm überwacht die Zahnpflege, ein anderes die Einnahme von Medikamenten. Noch während man sich den Schlaf aus den Augen reibt, kann man die aktuellen Nachrichten aus aller Welt im Badezimmerspiegel erfahren. Beim Händewaschen fährt automatisch das Handtuch aus der Wand und zugleich kann man das aktuelle Tagesgewicht abfragen, sollte das nicht die Anwender-Tageslaune verderben.

Das Pflegezimmer der Zukunft ist bis ins Detail durchdacht. Ein Leuchtstreifen zeigt auch im Dunkeln den Weg zum Bad, die Oberflächen der Schränke sind rau und dienen ebenfalls der Orientierung. Die Matratze im höhenverstellbaren Bett misst ständig alle wichtigen Körperfunktionen und gibt diese per Leitung an den Pflegedienst weiter.

Britta Klocke hat an der Entwicklung all dieser technologischen Neuerungen für den alten Menschen mitgearbeitet. Keine Spielerei sei das alles, sagt die Wissenschaftlerin. Man versuche, die Pflege zu verbessern und die Arbeit der verschiedenen Pfleger zu koordinieren. "Technik verbindet Menschen."

Die intelligente Matratze weiß, wie und wie lange jemand auf ihr schlief. Mittels eines Tabloidrechners kann der Schläfer anhand verschiedener Parameter wie Helligkeit, Luftfeuchtigkeit und Temperatur ermitteln, wie gut sein Schlaf war. Die Möbel denken mit. Mittels Sensoren werden Puls, Schlaftiefe und andere Vitaldaten ermittelt und ggf. an den Pflegedienst weitergegeben.

In der durchgeplanten Küche der Zukunft setzt sich dieser Gedanke fort. Via Videokonferenz kann man z. B. mit der Kusine in Australien kochen, muss das Haus nicht mehr verlassen, um mit anderen Menschen in Kontakt zu sein. Eine Vorstellung, die nicht jeder uneingeschränkt begrüßen kann.
Doch die, die heute jung sind und in einer westlichen Industriegesellschaft leben, werden im Alter keinen Tag ihres Lebens ohne Computer gewesen sein und so auch keine Berührungsängste bei Touchscreens verspüren.“

(Quelle: http://www.daserste.de/moma/livebeitrag_dyn~uid,nq5c14o39e5wcxod~cm.asp ARD Morgenmagazin vom 02.02.2011)

Auch das blue networks Produkt LIV wird in der seniorengerechten Wohnung im InHaus-Zentrum des Fraunhofer Instituts eingesetzt.

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